Farbkultur in Basel-Stadt

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Farbkultur in Basel-Stadt

Gewachsene Farbidentität – Basels Farbkultur

Nuancenreich, vielfältig und identitätsstiftend ist das Farbspektrum Basels seit Jahrhunderten. Die aufwendig gestaltete Publikation «Farbkultur in Basel-Stadt» (Christoph Merian Verlag) zeigt die städtische Farbigkeit erstmals umfassend. Sie veranschaulicht, wie weit die städtische Farbwelt über den charakteristischen roten Bundsandstein der Altstadt mit ihren hell gekalkten Fassaden und grünen Fensterläden hinausgeht. Wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert erschliesst der Band das Zusammenspiel aus lokalen Traditionen, Materialien und technischem Fortschritt. Herausgegeben von der Freiwilligen Basler Denkmalpflege (Baukult) in Zusammenarbeit mit dem Haus der Farbe liegt damit ein verlässliches Referenzwerk für Fachleute in Architektur, Handwerk und Denkmalpflege und alle kultur- und baugeschichtlich Interessierte vor. Dank der hervorragenden Abbildungen lässt sich das spezifische Kolorit Basels erkunden.

Sechs Beiträge widmen sich mittelalterlichen und barocken Farbwelten, erläutern kunstgeschichtlich versiert die lokale Vedutenmalerei zwischen 1845 und 1966 und beleuchten die klassizistische Farbpalette des 19. Jahrhunderts. Industrielle Entwicklungen neuer Farb- und Baumaterialien sowie technische Erfindungen ebneten den modernen Farbigkeiten des 20. Jahrhunderts den Weg. Zur Gegenwart hin wurden die Mikro-Epochen trotz eigener Farbklänge immer homogener, wie konkrete Gebäude-Beispiele zeigen. Auch handwerkliche Aspekte wie die Wirkung von Pigmenten und Bindemitteln sind ein Thema.

Das Herz des Buches sind die drei herausnehmbaren und eigens für die Publikation entwickelten Farbtafeln. Sie zeigen die Farbpaletten der drei prägenden Basler Bauepochen, jeweils unterteilt in Materialfarben, Anstrichfarben und Akzentfarben: der mittelalterlichen und barocken Bauten, der Stadterweiterung des 19. Jahrhunderts und der Bausubstanz zwischen 1900 bis 1950. Danach sind zentrale Farben kaum noch bestimmbar. Ergänzend zu den Farbtafeln gibt es die «Farbklänge» – von elf ausgewählten Gebäuden, die Kombinationen und deren Wirkung sichtbar machen. Darunter das Renaissance-Rathaus, dessen Fassade in Keim’scher Mineralfarbe erstrahlt, oder die Blockrandbebauung im Westfeld (2023) in ihrer zarten Farbigkeit.

Die farbliche Kulisse des heutigen Stadtbilds zeigt das Weitergeben von Werten, gepaart mit Neuem und Innovativem. Fachleuten bietet dieser Band erstmals ein gemeinsames und fundiertes Planungswerkzeug für gestalterische Entscheidungen. Darüber hinaus weckt die Publikation das Verständnis für die Basler Farbkultur, und öffnet die Augen für bisher Unsichtbares.

Baukult - Freiwillige Basler Denkmalpflege, Haus der Farbe (Hg.)
Farbkultur in Basel-Stadt
224 Seiten, 150 meist farbige Abbildungen und 3 Farbtafeln, gebunden, 18,5 x 26 cm
© 2026 Christoph Merian Verlag
CHF 59.– / EUR 59,–
ISBN 978-3-03969-073-2

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