Anders alt
10 Menschen erzählen
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Anders alt
Anders alt werden – die Vielfalt der späten Lebensjahre
Ist Altsein eine Zumutung oder die beste Zeit des Lebens? Wie gross die Vielfalt zwischen diesen Polen ist, zeigen zehn authentische Porträts in «Anders alt» (Christoph Merian Verlag). Sieben Frauen und drei Männer, die jüngste 58, der älteste 83, erzählen von spät umgesetzten Lebensträumen und erfüllenden Aufgaben, von Verlusten, neuen Beziehungen oder der eigenen Endlichkeit. Drei Fachgespräche zu Wohnformen und zur Identitätsfindung im Alter sowie zu einem neuen Umgang mit Demenz ergänzen die Porträts. Damit öffnet das Buch die individuelle Ebene hin zur öffentlichen Debatte rund ums Altern. Es verdeutlicht, was alternde Menschen brauchen, was sie sich wünschen und was jüngere und ältere Generationen verbindet.
Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen, und während die Geburtenrate sinkt, steigt der Anteil der älteren Bevölkerung. Das Älterwerden beschäftigt uns deshalb nicht nur persönlich, sondern auch als Gesellschaft. Die öffentliche Debatte spricht dabei oft von «den Alten», als handle es sich um eine klar umrissene Gruppe. Doch dieses Bild greift zu kurz. Altern verläuft höchst individuell, widersprüchlich und vielfältig.
Das Alter ist bunter als die Jugend, sagt Altersforscherin Sabina Misoch, denn unter Achtzigjährigen ist die Diversität grösser als unter Achtzehnjährigen. Die Porträtierten im Buch leben auf dem Land oder in der Stadt, sind gesellig oder lieber für sich, in einer Beziehung oder solo, haben Enkel oder sind kinderlos. Vor allem aber entziehen sie sich selbstbewusst jeglichen Stereotypen: Vreni zog in die Berge und schwimmt in eiskalten Gewässern, Victor überlebte eine schwere Krankheit und tritt heute als Nacktdarsteller auf. Heidi outete sich mit fast 70 als trans Frau.
«Was jetzt noch kommt, ist das Dessert», sagt Vreni Häller, eine der Porträtierten, Jahrgang 1948. Die Energie und Resilienz, die Dankbarkeit und Gelassenheit der hier vorgestellten Menschen zeigen das Alter als Lebensphase der Chancen und der Fülle. Bunt wie ein Kaleidoskop führen die ermutigenden Porträts und die informativen Interviews das Label von den Alten ad absurdum. Ein Buch mit dem Potenzial, Jüngere wie Ältere zur Reflektion darüber anzuregen, anders alt zu werden.
Über die Autorinnen:
Seraina Sattler (* 1976) ist freischaffende Journalistin. Sie hat viele Jahre als Redaktorin bei verschiedenen Medien gearbeitet. Anna Six (* 1982) war für verschiedene Medien journalistisch tätig und ist heute Redaktorin beim Magazin Grosseltern. Beide leben mit ihren Familien in Zürich.
Mit Fotografien von Gabi Vogt
Seraina Sattler, Anna Six
Anders alt
10 Menschen erzählen
160 Seiten, 59 farbige Abbildungen, gebunden, 16 x 21,5 cm, Deutsch/Englisch
© 2026 Christoph Merian Verlag
CHF 29.– / EUR 29,–
ISBN 978-3-03969-068-8
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