Auf der Bruecke zur Moderne

Auf der Brücke zur Moderne

Basels erster Film als Panorama der Belle Epoque

Bestellung Pressematerial

Bestellung Pressematerial

* Pflichtfelder

Auf der Brücke zur Moderne

Hansmartin Siegrist

Fünfzig Sekunden zwischen Belle Epoque und Moderne: Ein Kameramann stellte im Herbst des Jahres 1896 auf der alten Basler Rheinbrücke den hochmodernen Kinematografen der Lyoner Fabrikanten Lumière auf und drehte eine Ansicht von Kleinbasel. Doch der Eindruck von spontaner Beiläufigkeit trügt. Die jahrelange Analyse dieses Filmdokuments geriet zur Detektivarbeit und eröffnet völlig unerwartete Einsichten in die Hintergründe der Produktion, die Identität der zentralen Figuren und die Beziehungsgeflechte dieses minutiös inszenierten Films.

Ein Kameramann drehte auf der alten Basler Rheinbrücke mit dem hochmodernen Lumière-Kinematografen während fünfzig Sekunden eine Momentaufnahme im Fin de Siècle. Was wie ein spontanes Ereignis aussah, war freilich von langer Hand geplant. Der Film war bis ins kleinste Detail inszeniert, und auf der Brücke versammelte sich eine Gesellschaft unterschiedlichster Blick­richtungen und Wertvorstellungen: rückwärts gerichtet in Richtung Dynastie und Historismus und vorwärts in Richtung Moderne, mit all ihren Versprechungen und Unwägbarkeiten. Es geht in der Publikation nicht nur um die Metaphorik der Brücke, sondern auch um die Brücke als Baukörper, als Filmmotiv und als sozialer Ort. Ausserdem wird erörtert, inwieweit ein früher phänomenologischer Filmblick auf einen symbolischen Ort in Basel zugleich eine Brücke in die Moderne darstellt.

Ein grosses Team aus Autoren und Autorinnen bzw. Filmwissen­schaftlern und Filmwissenschaftlerinnen unter der Leitung von Hansmartin Siegrist zeichnen in einem interdisziplinären Forschungsprojekt die historischen, wirtschaftlichen und medialen Zusammenhänge nach. In einer umfassenden Filmanalyse wird der Gesamtkontext mit den epochalen und globalen Umwälzungen um 1900 erfasst. Das Buch wechselt zwischen literarischen, filmischen und Internet-spezifischen Erzählmustern ab. Die Identität aller abgelichteten Personen konnte von ihnen aufgedeckt werden. Die sechs Hauptakteure führen vor und hinter der Kamera durch die verschlungenen Geschichten. Das Forschungsteam leistete mit dieser Rekonstruktion einen eminenten Beitrag an die Film- und Stadtgeschichte von Basel. Eine Zeitreise mit über 600 Bildern und Dokumenten.

Mit Beiträgen von David Bucheli, Maike Christadler, Philipp Gasser und Robin Michel, Moëma Künzler, Florian Simon, Regula Treichler und Andreas Weber.

Hansmartin Siegrist
Auf der Brücke zur Moderne
Basels erster Film als Panorama der Belle Epoque

440 Seiten, über 600 teils farbige Abbildungen, 
broschiert, 19 x 26 cm
© 2019 Christoph Merian Verlag 
CHF 49.– / EUR 48,–
ISBN 978-3-85616-901-5

Für die Zustellung eines Beleges Ihrer Besprechung danken wir Ihnen!

Buch, Bücher, Hörbücher!